Geschichte

Die Geschichte der Firma H. Köser

history1Schon damals, als Walter Köser und seine Brüder Arthur und Harry für Qualität und Service sorgten, war reibungslose Abwicklung von Aufträgen und Lieferung der besten Ware an alle Kunden oberstes Prinzip.

Während Walter die Auktion in Hamburg-Altona führte, hielten die beiden anderen die wertvollen Kontakte und Beziehungen zu Lieferanten und Kunden im In- und Ausland aufrecht.



Der schnelle Weg zum Kunden

Es musste schnell gehen, denn frischer Fisch duldet keine Zeitverzögerung. In wenigen Stunden löschten die zuverlässigen Mitarbeiter des Auktionators die Fischerboote, die im Laufe der Jahrzehnte immer mehr Kapazität und Leistung erbrachten. Und es musste die beste Ware sein, die erhältlich war. In Mengen die nicht immer ausreichten, die aber mit Qualitätskontrollen und ausgeklügelter Logistik so zügig wie möglich ins Binnenland transportiert wurden.

Grundlagen

history2Das hatten die Brüder in ihren Wanderjahren gelernt - und von ihrem Vater, einem Mann der schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Bedeutung des Lebensmittelhandels erkannt hatte. Aus dem Alten Land kam er, westlich von Hamburg. Dort hatte er den Obst- und Gemüseanbau von Kind an erlebt und die Schiffe beobachtet, die auf der Elbe segelten.

 Es hatte ihn dann schnell nach England gezogen. Nach kurzer Zeit gründete Johann Hinrich Köser, dort Henry genannt, seine Firma H. Köser. Das junge Handels- und Speditionsunternehmen wuchs trotz Rückschlägen, denen er mit Überblick und Gelassenheit begegnete.

Logistik

Harry führte später die sehr wetterabhängigen Obst- und Gemüsegeschäfte in Hull an der Ostküste während Walter und Arthur den Hamburger Brückenkopf des Unternehmens bildeten. Bald bekam der Fisch entscheidende Bedeutung für die vier Partner. Gemeinsam mit ihren erfahrenen Mitarbeitern meisterten sie über viele Jahrzehnte das was man heute logistische Herausforderungen nennt. 

Sie waren bekannt für schnellstmögliche Löschung der Schiffsladungen. Unentbehrlich für das tägliche Durchschleusen der wachsenden Mengen war auch das Vorhalten eines umfangreichen Fuhrparks und großer Grundstücke. Die Kutscher transportierten eine überwältigende Anzahl Kisten und Körben zu den Reparatur- und Instandsetzungsplätzen im höher gelegenen Hinterland. Hier wurden sie haushoch gestapelt. Alle Pferde wurden in den Stallungen versorgt und für die harte Arbeit des Folgetages vorbereitet. 

Krisen und neue Wege

Weltkriege und die Wirtschaftskrise von 1929 brachten die Aktivität fast zum erliegen. Aber selbst die 1947 erfolgte Enteignung durch Verstaatlichung des Auktionswesens vermochte den stabilen Charakter des Hauses nicht zu brechen. Internationale Kontakte zu Geschäftspartnern, die an der Vermarktung ihrer Ernten und Fänge interessiert waren, hatten Bestand. Das neue Ziel war nun in 3. Generation die Überwindung noch weiterer Entfernungen bei gleichzeitigem Qualitätserhalt. 

So wurde Köser zum Pionier der Schockfrostung, dem Ideal-Kühlverfahren, mit dem Lebensmittel vor Verderb, Nährstoffverlust und Alterung bewahrt bleiben - zumindest über erheblich längere Zeit als mit dem bis dahin bekannten Nasseis, welches auch heute noch sogenannten "Frischfisch" auf langen Transportwegen begleitet. Die Schockfrostung, der Kälteschlaf also, bot ungeahnte Möglichkeiten. Export von Fischfilet (z. B. nach USA) wurde möglich. Mit diesen neuen Aufgaben startete das Unternehmen in 4. Generation ein neues Konzept und belieferte - fortan aus Bremerhaven - Restaurants und private Haushalte in ganz Deutschland. Per Bahnexpress, so war deutlich geworden, ging's am schnellsten. Der Anspruch nur erstklassige Ware herzustellen und prompt zu liefern blieb oberstes Prinzip. 

Beständigkeit

Damals wie heute gelten dieselben Grundsätze. Erfahrene zuverlässige Mitarbeiter, weltweite Kontakte zu vertrauenswürdigen langjährigen Partnern an den Quellen, den Ursprüngen aller Delikatessen, und zufriedene sowie konstruktiv-kritische Stammkunden gewährleisten den Fortbestand einer Idee, die 1862 ihren Anfang nahm und sich durchsetzte. Die dem Gründer eigene Partnerschaftlichkeit lebt dabei bis heute weiter.

 

Von den Anfängen bis heute - eine Chronologie

Johann Hinrich Köser 

Der Kaufmann, Spediteur und Reeder Johann Hinrich Köser stammte aus dem Alten Land, dem Obstanbaugebiet, das sich weit am linken Ufer der Niederelbe hinzieht. 1851, mit 16 Jahren ging er nach England und fuhr mehrere Jahre als Steward zur See. Er ließ sich in Hull nieder, gründete dort mit seiner englischen Frau Annie eine Familie und startete im Alter von 27 Jahren mit seinem ersparten Geld 1862 ein Handelsgeschäft mit Zweigniederlassungen in Grimsby und Liverpool. „H. Köser Fruit and Potato Merchant and Commission Agent“ importierte Kartoffeln und Obst aus Deutschland. Der Obstverbrauch war um jene Zeit in England groß. Eine eigene Erzeugung gab es auf der Insel kaum; da Importe aus Amerika noch nicht möglich waren, bezog Großbritannien Obst aus den europäischen Anbaugebieten.

1867 kehrte er mit seiner Familie nach Hamburg zurück und begann hier in der Hafenstraße ein Geschäft als Spediteur, dem er wenig später die Ausfuhr von Früchten nach England angliederte. Johann Hinrich Köser handelte vor allem mit Äpfeln aus dem Alten Land, der Obstexport dehnte sich bald auf Bickbeeren und Pflaumen aus; daneben betrieb er nach einiger Zeit auch den Export von Hefe. Alle seine für England bestimmten Waren beförderte Köser mit einer neu eingerichteten, zwischen Hamburg, Hull und Grimsby verkehrenden Dampfschifffahrtslinie.

Das Obstgeschäft muss sich gut entwickelt haben, denn bald begnügte sich die junge Firma nicht mehr mit dem Bezug ihrer Exportware aus der Hamburger Umgebung, sondern erwarb aus den mitteldeutschen Obstanbaugebieten Pflaumen, die man dort reichlich anbot, für die Lieferung nach England. Anfangs erwarb Johann Hinrich Köser Pflaumen für den Export erst zur Erntezeit von den Gemeinden, später ging er dazu über, sich den Ertrag vieler Obstbäume bereits vorher zu sichern.

Der schnelle Weg zum Kunden

Direkt am Ernteort ließ der junge Hamburger Kaufmann die kaum reife Ware verladen, mit der Bahn nach Hamburg schaffen und dort von den regelmäßig verkehrenden Schiffen übernehmen. Diese Form des Geschäftes barg ein nicht unerhebliches Risiko in sich: die Firma kaufte die Früchte, wenn sie noch am Baum hingen, sie kamen halbreif, in Körbe verpackt, zum Versand. Weil der Handel nicht zu einem festen Preis abgeschlossen, sondern in England nach Landung der verkauften Ware unter Berücksichtigung der Qualität abzurechnen war, barg das Geschäft auch das Risiko des Verderbs und auch das  Wechselkursrisiko ging zu Lasten des Hamburger Hauses.

Weil die frisch gepflückten Beeren leicht verdarben, kam es darauf an, sie im obersten Teil des Laderaums zu verstauen, wo sie unter Einwirkung frischer Luft standen. Nun ließ es sich nicht immer ermöglichen, die Wagen, die die Beeren zum Kai brachten, so zum Abfahrtsort der Schiffe zu beordern, dass die Körbe mit Bickbeeren nur noch auf die übrige Ladung gestellt zu werden brauchten. Kam ein Wagen zu zeitig an, ließ Johann Hinrich Köser, der die Verschiffung des Obstes selbst kontrollierte, den Kutscher solange die Bickbeeren durch Nebenstraßen des Hafens fahren, bis sich alle anderen Güter an Bord des Schiffes befanden.

Auf ein verabredetes Zeichen hin fuhr der Kutscher bei dem Dampfer vor, helfende Hände

verstauten die Körbe im Handumdrehen, die Luken wurden geschlossen und der Dampfer fuhr ab. In England lud man die Bickbeeren zuerst aus - die Ware hatte nicht gelitten und erlangte beim Verkauf höchste Preise. Meist war sie als erstes ausverkauft.

Vom Obst zum Fisch

Durch diese Form des Obsttransports kam Johann Hinrich Köser zum Fischimport. Als Spediteur und Kaufmann lag ihm daran die „Rückfracht“ - seine Transportbehältnisse -möglichst wirtschaftlich wieder Richtung Hamburg zu einzusetzen.

In Hull und Grimsby ansässige Fischhändler betrieben zu dieser Zeit ein gewinnbringendes Geschäft mit Heringen, und so lag die Vermutung nahe auch in Hamburg Absatz erzielen zu können. Also befüllte man die Obst- und Gemüsefässer und -körbe mit Frischheringen und ließ sie in die Hansestadt zurückgehen. Kösers verkauften die Frischheringe in Deutschland und setzten weitere Sendungen, die in immer rascherer Folge eintrafen, ebenfalls ab.


Johann Hinrich Köser (1835 -1921)

Drei Söhne unterstützten den Vater mittlerweile. Harry führte die sehr wetterabhängigen Obst- und Gemüsegeschäfte in Hull an der Ostküste Englands während Walter und Arthur den Hamburger Brückenkopf des Unternehmens bildeten. Bald bekam der Fisch entscheidende Bedeutung für die vier Partner. Gemeinsam mit ihren erfahrenen Mitarbeitern meisterten sie über viele Jahrzehnte das was man heute logistische Herausforderungen nennt.

1886 ließ J. H. Köser den Lotsen-Versetzdampfer „Neuwerk“ bei der Werft von Janssen & Schmilinsky zum Fischdampfer umbauen. Als „Solea“ kehrte er am 19. November 1886 mit 4000 Pfund Fisch von der ersten Reise zurück, einen Tag später kamen die ersten Fänge dieses deutschen Fischdampfers auf der ersten Hamburger Fischauktion zum Verkauf. Der sichtliche Erfolg dieses Schiffes veranlasste dann den Elblotsen R. Köser, den Bruder Johann Hinrichs, die Fischdampfer „Platessa“, „Gadus“ und „Rhombus“ bauen zu lassen, die mit 31 m Länge schon größer waren als die 25 m lange „Solea“. Da seine Zeit und der Mangel an Geschäftskenntnissen dem Lotsen den Betrieb dieser Schiffe nicht gestatteten, besorgte sein Bruder Johann Hinrich die Reedereigeschäfte. Es sollten über die Jahrzehnte noch weitere Schiffe zum Köser-Geschäft dazu kommen.


Zeugnis ausgestellt für den auf der „Triton“ fahrenden Capt. Buschenhenke

Johann Hinrich Köser nahm 1898 seine beiden Söhne Walter und Arthur als Partner auf. Den Obsthandel hatte er inzwischen aufgegeben, weil Fischhandel sich als lukrativer erwies. Dadurch hatte Harry Köser sich aus dem Familienunternehmen zurückgezogen.

Auktion 

Im Jahre 1885 stellte Johann Hinrich Köser beim Hamburger Senat den Antrag auf Vereidigung als Fischauktionator mit dem Hinweis darauf, dass er und sein Sohn Walter die neue, in England bereits angewandte Absatzmethode kennten. Dieser Schritt löste lebhafte Diskussionen zwischen der Finanzbehörde und der Behörde für Wirtschaft und Verkehr aus, fand aber schließlich deren Zustimmung. Die Finanzdeputation beschloss, „dem Köser unter der Voraussetzung, dass er den gesetzlichen Vorschriften nachkommen werde, und unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs, zu gestatten, in der St. Pauli-Markthalle öffentliche Fischauktionen abzuhalten“. Die Hamburger Behörden verpflichteten ihn auf die „Allgemeinen Hamburger Versteigerungsvorschriften von 1871“.

Kösers Vereidigung erfolgte kurz vor seiner (und Deutschlands) ersten, in der St. Pauli-Fischhalle abgehaltenen Seefisch-Versteigerung am 20. November 1886. Der Kaufmann Gustav Platzmann brachte dort am 14. März 1887 Ladungen von Finkenwerder Fischkuttern zum öffentlichen Verkauf. 


Zeitungsartikel November 1886

Große Freude über den Auktionsverkauf äußerten übrigens die Hamburger Kutterfischer, die sich von der unangenehm empfundenen Übervorteilung durch Reiseaufkäufer befreit sahen. Somit konnten die Fänge der Finkenwerder Fischkutter öffentlich versteigert werden. Weder der Kunde noch der Fischer waren nunmehr den Praktiken "der Zwischenhändler" ausgeliefert. Diese hatten auf der Elbe den Fisch direkt von Bord gekauft. Oft zu Preisen, die wesentlich niedriger lagen als der Marktpreis an Land. Die Segelschiffe gingen so nun schneller wieder auf Fangreise. Fischhändler erzielten günstigere Einkaufspreise. So bestimmten Angebot und Nachfrage den Preis.

Hinter dem Hamburger Auktionserfolg konnten und wollten die Altonaer nicht zurückstehen. Auf seinen Antrag hin bestellte der Altonaer Magistrat im Juni 1887 den Fischhändler und ehemaligen Reiseaufkäufer Johannes Cohrs zum Fischauktionator.

Auf Grund der vorhandenen Auslandsverbindungen der Familie stieg die Zahl der Hamburg anlaufenden ausländischen Fischereifahrzeuge von Jahr zu Jahr. Die Begradigung und die zunehmende Verschmutzung der deutschen Flüsse führten zu einer raschen Verminderung der Lachsbestände; die Anlandungen gingen daher zurück. Die Firma H. Köser fand jedoch für die abnehmenden deutschen Fänge Ersatz: sie importierte qualitativ hochwertigen Lachs und Stör aus Skandinavien und Schottland.

Logistik

Bald bekam der Fisch entscheidende Bedeutung für die Kösers. Gemeinsam mit ihren erfahrenen Mitarbeitern meisterten sie über viele Jahrzehnte das was man heute logistische Herausforderungen nennt.

Sie waren bekannt für schnellstmögliche Löschung der Schiffsladungen. Unentbehrlich für das tägliche Durchschleusen der wachsenden Mengen war auch das Vorhalten eines umfangreichen Fuhrparks und großer Grundstücke. Die Kutscher transportierten eine überwältigende Anzahl Kisten und Körbe zu den Reparatur- und Instandsetzungsplätzen im höher gelegenen Hinterland. Hier wurden sie haushoch gestapelt. Die Pferde wurden in den Stallungen versorgt und für die harte Arbeit des Folgetages vorbereitet.

Die Verantwortung für die Weiterentwicklung des Unternehmens ging auf die Söhne Walter und Arthur über, deren Arbeitstag mehr als ausgefüllt war. Er begann gegen 4 Uhr morgens nach Ankunft der Fischdampfer, deren Löschen sie beaufsichtigten. Oft endete er erst in später Nacht nach Abschluss der Vorbereitungen für die nächste Auktion.

Das außerordentliche Ansteigen der Heringseinfuhr ließ bei Walter Köser Befürchtungen aufkommen, darunter könne die ordnungsgemäße Abfertigung der ebenfalls zunehmenden Lieferungen anderer Fische leiden. Vater und Söhne beschlossen daher, die Herings- von der Fischeinfuhr zu trennen. Sie gründeten zu diesem Zweck 1908 die Frischherings-Importfirma Arthur Köser & Co., als deren Inhaber Arthur Köser sen. zeichnete. Walter Köser blieb im Handelsunternehmen des Vaters, wo er weiterhin die Auktionen abwickelte. Jeder der Brüder beteiligte sich mit 50 Prozent des Kapitals an der Firma des anderen.

Von Hamburg nach Altona 

Weitreichende Entschlüsse mussten 1908 gefasst werden. Im Jahre vorher war der Altonaer Auktionator Johannes Cohrs  plötzlich gestorben. Sein Vertrag wäre 1908 abgelaufen, es musste nach seinem unerwarteten Ableben aber schon vorzeitig eine neue Bestallung vorgenommen werden. Der Fischhandel und die Fischdampfer-Reedereien wollten der Familie Cohrs die Auktionseinnahmen erhalten. Sie beantragten daher beim Altonaer Magistrat, der Witwe Cohrs die Weiterführung der Auktionen zu gestatten; der Magistrat genehmigte jedoch nur eine kurze Übergangszeit. Weil er grundsätzlich gegen die Übernahme der Fischauktionen durch eine Frau war, unterbreitete er der Firma H. Köser den Vorschlag, die Altonaer Auktion zu übernehmen.

Die von ihnen erforderliche Entscheidung ist den Inhabern von H. Köser nicht leicht gefallen. In Hamburg hatte die Firma außerordentlich gute Erfolge gehabt. Altona konnte dagegen bessere Einrichtungen seiner Fischerei- und Auktionsanlagen vorweisen als die große Nachbarstadt. Hinzu kam, dass Hamburg den Ausbau Cuxhavens zum Fischerei-Großmarkt plante.

Die Übersiedlung nach Altona vollzog sich reibungslos, aber die Entwicklung des Geschäftes in der neuen Umgebung enttäuschte zunächst.

Fleissige Hände

Bis zu 80 Prozent aller deutschen Frischheringsfänge gingen vor dem Ersten Weltkrieg über diesen Hafen und damit über die von Walter Köser geleiteten Auktionen. Die damit  verbundene Inanspruchnahme verlangte von allen bei den Anlandungen, den Auktionen oder im Handel Beschäftigten schnelles, umsichtiges Reagieren. Ohne rasches Erkennen und sofortige Ausführung aller erforderlichen Handlungen wäre es nicht möglich gewesen, bis zu 20 Fischdampfer in einer Nacht zu löschen, Mengen von 4 Millionen Pfund Heringe in der Zeit von 7 bis 9 Uhr morgens zu versteigern, zum Abtransport zu bringen, die Hallen aufzuräumen und für die nächste Auktion zu säubern und vorzubereiten. Weil es notwendig war, immer sehr schnelle Arbeit zu leisten, bildete sich bei H. Köser eine vorzügliche Organisation aus.

„Raumgäste“, die die Schiffe entluden, Decksleute, Wiegeleute, Sortierkräfte, Abhacker, und Winschleute arbeiteten ausgezeichnet Hand in Hand. Die aus den Schiffen geholten Fische landeten, von einem Arbeiter zum anderen weitergereicht, so schnell in der Auktionshalle, dass man es kaum mit den Augen verfolgen konnte. Selbst wenn in den Hauptfangzeiten „Stoßlandungen“ die Kaiplätze förmlich überschwemmten, störte nichts den reibungslosen Ablauf der Arbeit. Den unermüdlich schaffenden Männern, die das erreichten, zeichnete die Arbeitsbehörde ein F in ihre Arbeitspässe, sie hob sie dadurch als „Spezialkraft für Fischdampferlöschen“ aus der großen Masse der Hafenarbeiter heraus. Wer diese Eintragung erhielt, war darauf stolz. Der Arbeitstag dieser Spezialarbeiter war lang und hart, aber sie waren gern „bi de Fisch“ tätig und arbeiteten um so lieber bei der Firma H. Köser, als es diese für richtig hielt, die besondere Leistung der Spezialkräfte und ihren steten Einsatz durch Zahlung überdurchschnittlicher Löhne anzuerkennen.

 
Die Altonaer Fischauktionshalle um 1927. Die mit frischem Fisch gefüllten Holzkisten
der Firma Köser stehen für die Auktion bereit

Bei den Versteigerungen verwandte sie bis zu 5000  Kisten im Jahr. Um im Interesse der Industrie das der Qualität der Fische abträgliche Umschütten zu vermeiden, lieferte die Versteigerungsfirma der verarbeitenden Industrie die gekauften Fische in den leihweise zur Verfügung gestellten Auktionskisten.

Rückschläge

Mit der Eröffnung des Fischereihafens in Cuxhaven begannen für Altona schwere Jahre. Es büßte gegenüber Hamburg erheblich an Bedeutung ein, weil manche Altonaer Anlandungen jetzt nach Cuxhaven gingen. Vor allem führte jedoch das Übergewicht der mit staatlichen Mitteln ausgebauten Weser-Fischmärkte zur Abwanderung von Reedereien und damit zum Verlust zahlreicher Schiffe für Altona. In Hamburg blieb die Auktionsfirma während des Krieges nicht von Verlusten verschont. Mancher ihrer Mitarbeiter erlitt schweren Schaden, die Geschäftsleitung stand während der verheerenden Luftangriffe auf die Hansestadt im Sommer 1943 eines Tages vor den Trümmern ihres Büros im Altonaer Fischereihafen. Dort gingen alle aufbewahrten Dokumente über die Entstehung und die ersten Entwicklungsjahre des Köser´schen Unternehmens verloren.

Als eine seiner ersten Handlungen wandelte der neu gewählte Hamburger Senat im Jahre 1947 die Fischauktion, die Walter Köser 1886 in Hamburg eingeführt hatte, in eine staatliche Einrichtung um und übertrug sie einer staatlichen Verwaltung. Da Cuxhaven und Bremerhaven diesen Schritt schon früher getan hatten, musste man auch in Hamburg damit rechnen. Dennoch empfand man gerade in der Firma H. Köser diesen Eingriff als eine schmerzliche Maßnahme, sie erregte und erschütterte vor allem Walter Köser, der 61 Jahre diese Auktionen erfolgreich geleitet hatte. Für die Firma war der erzwungene Verzicht bitter, weil sie anlässlich der Überleitung der Auktionen auf den Staat viele getreue Mitarbeiter an die Fischmarkt GmbH abgeben musste.

Internationale Verbindungen 

Walter Köser erkannte um 1900, dass die Firma H. Köser auf Dauer gesehen, nicht bei der Versteigerung der Fänge der Kutterfischerei und gelegentlicher Anlandungen stehen bleiben durfte. Er spann daher neue Fäden und begann, sich über Lage und Probleme der Fischerei des Auslandes zu informieren und stieß hierbei auf einen für Deutschland noch nicht erschlossenen Raum: die skandinavischen Länder. Deren Fischerei war zwar in der Hansezeit von außerordentlicher Bedeutung gewesen, für die deutschen Städte dann aber in Vergessenheit geraten. So lag es nahe, dass Walter Köser bald nach Einführung der Fischauktionen in Hamburg Verbindungen mit dem Norden knüpfte, die sich nach Dänemark und Norwegen besonders eng gestalteten.

In Dänemark blühte sowohl die Ost- als auch die Nordseefischerei, aber es fehlte an Möglichkeiten, die oft beträchtlichen Fänge über weite Entfernungen zu transportieren. Um die Fische vor dem Verderb zu schützen, entstanden um die Jahrhundertwende an vielen Plätzen einfache kleine Holzhäuser, deren Doppelwände eine Füllung aus Moos und Torf erhielten. In diese Gebäude brachte man im Winter die aus der Eisdecke der Buchten und zahlreichen Seen heraus gesägten Eisblöcke. Diese primitiven „Kühlhäuser“ hatten bisher dänische Fischer und Händler gemeinsam errichtet. Die Firma H. Köser in Hamburg beteiligte sich an der Finanzierung dieser „Kühlhäuser“.

Service und Vertrauen 

Sie knüpfte auf diese Weise Geschäftsverbindungen nach Dänemark. Die Skandinavier brachten dem deutschen Handel - und in diesem Gesamtrahmen besonders der Firma H. Köser - unbegrenztes Vertrauen entgegen, weil er ihnen den Weg zum Hamburg-Altonaer Markt ebnete; sie schickten vor allem Feinfische in oft erheblichen Mengen an die Elbe. Trotz unzureichender Transport- und primitiver Einlagerungsmöglichkeiten war die Qualität dieser Fische durchweg einwandfrei. Neben dem nordischen Geschäft nahm gleichfalls der Absatz der englischen Fischdampfer-Anlandungen ständig zu. Bei den meisten der zahlreichen, nach Hamburg kommenden Trawler stand die Firma H. Köser in gutem Ruf; ihr übertrug man daher gern den Absatz der Fänge.

Nach Abwicklung des geschäftlichen Teils dieser Besuche hatten es die Besatzungen der Schiffe meistens eilig, nach St. Pauli zu kommen, wo sie oft versackten. Dann wurden Inhaber, Prokuristen und Angestellte der Hamburger Firma aufgeboten, um die säumigen Seeleute aufzustöbern, wenn die Zeit der Rückkehr ihrer Schiffe nach England nahte. Gelang es, einzelne der neun Mann starken Besatzung an Bord zu bringen, so verschwanden bestimmt wieder einige, wenn der nächste der Köser´schen Mitarbeiter mit weiteren „Flüchtlingen“ erschien. Derartige Erlebnisse am Rande kamen häufig vor: sie förderten das Vertrauen der ausländischen Reeder zu der Hamburger Importfirma, was darin zum Ausdruck kam, dass die an H. Köser gehenden Konsignationen immer größer wurden.


Briefkopf der Firma Köser um 1905

Ein vorteilhaftes Verfahren entwickelte sich ebenfalls in der Form der Abrechnung mit den ausländischen Lieferanten. Jeder von ihnen, ob er per Dampfer, mit der Eisenbahn oder mit dem Lastwagen lieferte, ob die Ware aus Dänemark, Norwegen, Schweden oder England kam, erhielt innerhalb von zwei Stunden nach Beendigung der Altonaer Auktion eine telegraphische Benachrichtigung über die für die einzelnen Fischsorten erzielten Preise und den ihm zustehenden Gesamterlös. Im Laufe des Vormittags erfolgte die Abrechnung.

Bei ihrer Übersendung an den ausländischen Lieferanten legte die Firma einen Verrechnungsscheck bei, sie umging damit das umständliche Überweisungsverfahren und sorgte dafür, dass der Lieferant sehr schnell in den Besitz seines Geldes kam. Die Köser´schen Verrechnungsschecks wurden immer, auch in Kriegs- und Inflationszeiten, prompt eingelöst, sie galten „wie ein Scheck der Bank von England“. Alle Banken zahlten darauf den Exporteuren die eingetragenen Summen sofort aus.

Diese Form des „Kundendienstes“ erscheint heute selbstverständlich, war Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch keineswegs allgemein üblich, fand aber allseits Anerkennung und bescherte der Altonaer Firma neue Freunde. Walter Köser, der verantwortliche Leiter der Auktionen, überwachte den gesamten Geldverkehr der Firma persönlich. Das war allgemein bekannt und stärkte das Vertrauen der Reedereien, der ausländischen Exporteure und der Industrie zur Firma H. Köser weiter, eine Tatsache, die sich auf den Altonaer Fischmarkt übertrug.

Folgen des II. Weltkrieges 

Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs besetzten deutsche Truppen Norwegen. Schlagartig stockten die Warenflüsse. Schwierig aber nicht unmöglich stellte sich die nun veränderte Situation dar. Die norwegischen Fischexporteure vergaßen nämlich nicht, was die Hamburger Firma H. Köser früher in ihrem Interesse getan hatte und arbeiteten mit den Deutschen so gut wie möglich zusammen.

Als Beauftragter der deutschen Fischeinkaufs-Gemeinschaft vertrat Heinz Köser, ein Enkel Johann Hinrich Kösers und Sohn von Arthur Köser sen., seit 1934 in der großväterlichen Firma, die deutschen Fischerei-Interessen in dem besetzten Land. Es gelang ihm, eine annehmbare Atmosphäre in der notwendigen Zusammenarbeit zwischen Norwegern und Deutschen herbeizuführen, bei seinen deutschen Landsleuten Verständnis für die  außerordentlich schwierige Lage der Norweger zu erwecken, gelegentliche Drohungen abzuschwächen und wiederholt von zu scharfem Vorgehen gegen die Bewohner des besetzten Landes abzuraten.

Die norwegischen Exporteure erkannten, dass es besser sei, mit einer durch alte Bekannte besetzten Verbindungsstelle zu arbeiten als sich einer deutschen Verwaltung unterordnen zu müssen und handelten dementsprechend; so erhielt die schwierige Aufgabe dank der Bemühungen beider Partner eine versöhnliche Note. Die norwegischen Fischer bekamen für ihre Fänge auskömmliche Preise, die Exporteure erreichten befriedigende Ergebnisse. Vor allen Dingen aber war es infolge der verständigen Haltung beider Seiten möglich, nach dem Krieg in guter Gemeinsamkeit an den notwendigen Aufbau heranzugehen. Die Verbindungen zwischen den beiden Ländern Norwegen und Deutschland rissen jedenfalls nie völlig ab. 

Während des Krieges blieb der Frachtraum außerordentlich knapp, für den Fischtransport stand nicht immer geeignete Tonnage zur Verfügung. Um die Qualität der empfindlichen Ware zu erhalten, beabsichtigten die Brüder Köser, mit Kühleinrichtungen versehene Spezialschiffe in Fahrt zu bringen; in Zusammenarbeit mit der Firma Johs. Thode verwirklichten sie diese Pläne. Nach Regelung der Finanzierungsfrage erhielt eine holländische Firma von Johs. Thode den Auftrag, die drei Spezial-Transporter „Tatkraft“, „Fortschritt“ und „Wille“ zu bauen. Diese mit modernsten Kühlanlagen ausgerüsteten Einheiten von 530 t Tragfähigkeit verkehrten zwischen Skandinavien und Hamburg; sie sind als Vorgänger der heute viel benutzten Spezialkühlschiffe anzusehen. 


MS „Tatkraft“

Obgleich die holländische Werft das gesamte Baumaterial aus Deutschland erhielt, mussten die drei Schiffe nach Kriegsende an Holland ausgeliefert werden. 

Der Kriegsausgang brachte der Hamburger Fischwirtschaft schwere Verluste: sie büßte durch die Einbeziehung von Thüringen, Sachsen und Mecklenburg in die sowjetische Besatzungszone gute Kunden ein. Manche Firma stand damit vor der nicht immer leichten Aufgabe, sich neue Absatzgebiete zu suchen.

Neue Wege

Die Versorgung der westdeutschen Bevölkerung lief nach der Währungsreform schnell wieder an, deutsche Fischdampfer brachten steigende Fänge an den Markt, der Handel blieb gut beschäftigt.

Heinz Köser ging für seine Firma neue Wege: er setzte sich für die Qualitätsverbesserung der Fische ein, die ein Ziel wissenschaftlicher Arbeit und Forschung in Altonaer Instituten war. Sehr bald nahm Heinz Köser aber auch die Beziehungen zum Ausland wieder auf, bemühte sich, alte Verbindungen zu beleben und neue zuknüpfen. Dabei erwies sich das im Ausland in jahrzehntelanger Arbeit von den Senioren erworbene Vertrauen und der gute Ruf der Firma als denkbar gute Grundlage.

Wie seine Vorgänger wandte sich Heinz Köser zunächst an den skandinavischen Norden. Das Geschäft mit Island, Dänemark und Holland weitete sich aus, vor allem aber verstärkten sich die traditionellen Verbindungen nach Norwegen. 

So wurde H. Köser größter deutscher Fischimporteur. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiteten sich die Importaktivitäten sehr schnell auf alle Kontinente aus.

Tiefkühlung

Die norwegische Fischwirtschaft befand sich nach dem 2. Weltkrieg in einer grundlegenden Umstellung. Man hatte dort die Bedeutung der Tiefkühlung für den Fischhandel und den Verbraucher erkannt und bemühte sich um Ausbau und Verbreitung des Verfahrens, das zur Qualitäts-Verbesserung der angebotenen Ware entscheidend beitrug.

Den Norwegern gelang es, das Verfahren zu verbessern und bald auf einen sehr hohen Stand zu bringen. Nach der Durchführung des Tiefkühlverfahrens lagerte man in Norwegen die Fische bei niedriger Temperatur ein, überführte sie in Tiefkühl-Spezialschiffen nach Deutschland und brachte sie nach der Ankunft in Cuxhaven, Bremerhaven oder Hamburg sofort wieder in Tiefkühllager. Dieser Behandlung unterlag nicht nur die für den unmittelbaren Verbrauch bestimmte Ware, sondern auch die Industrie wurde mit tiefgekühltem Rohmaterial beliefert. Sie erhielt dadurch zur Weiterverarbeitung von Fisch gleich bleibend gute Qualität und hatte außerdem den Vorteil, von großen Preis-Schwankungen verschont zu bleiben.

Im Handel mit Deutschland kam in enger Zusammenarbeit mit norwegischen Behörden, Exporteuren und Kontrollstellen eine Standardisierung der Importware auf sehr hohem Niveau zustande. Die Einfuhr tiefgekühlter Fischereiwaren nach Deutschland nahm daraufhin so stark zu, dass der weitaus größte Teil der gesamten deutschen Einfuhr aus Norwegen auf diese Artikel entfiel. Außer dieser spürbaren Ausdehnung ihres Importsortiments durch die Einfuhr von Tiefkühlwaren erweiterte H. Köser ihr Einfuhrangebot durch die Aufnahme des Handels mit Fischrogen, den man in Deutschland zu dem sogenannten „Deutschen Kaviar“ verarbeitet; hinzu trat weiter die Einfuhr von Kräuterheringen, das Salzfischgeschäft und der Bezug ausländischer Halbfertigwaren, die man der deutschen Industrie zur weiteren Verarbeitung zuführte.

Aus dem Salzen deutscher Fische entwickelte sich ein inzwischen rasch gestiegener Export nach Italien, die Ausfuhr von Frischfischen rundete das reichhaltige Arbeitsprogramm der Firma H. Köser ab. Dieser neue Teil des Unternehmens, Fabrikation und Export, standen unter der Leitung von Jürgen Köser, dem ältesten Sohn Heinz Kösers. Seit 1955 im alteingesessenen Familienunternehmen, hatte er – wie alle Söhne -  in mehrjährigem Auslandsaufenthalt Kenntnisse und Erfahrungen erworben, die es ihm ermöglichten, im Rahmen des damals l00jährigen Unternehmens der Zeit entsprechende neue Wege im Handel und der Fabrikation zu gehen.

Bremerhaven

Arthur Köser jr., Enkel des Firmengründers und Sohn von Arthur Köser sen., beobachtete Anfang der 50er Jahre die wachsende Rolle des Bremerhavener Fischereihafens und gründete hier eine Niederlassung des in Hamburg angestammten Unternehmens.

Die im größten Fischereihafen des Kontinents errichtete Produktionsstätte war ein Vorreiter für die seinerzeit revolutionäre Tiefkühlung. Arthur Köser juniors Tochter Marion kaufte nun in der Bremerhavener Auktion die Rohware ein. Es wurde aus deutschen Frischfischanlandungen Filet schockgefrostet und in die USA exportiert. Hierfür wurden bereits 1952 – weit vor der Nematodenkrise von 1987 – Leuchttische unabdingbarer Bestandteil der Verarbeitungskette. Der schiffsladungs- und eisenbahnwaggonweise Handel mit Hering und Haifisch aus Skandinavien nach Ost und West wich nach und nach einer Spezialisierung für die Großverbraucher in der Bundesrepublik.

Mit Einführung der Tiefkühlkost Anfang der 50er Jahre in Deutschland begann eine rasante Entwicklung. Zu Recht wird heute behauptet, daß die Familie Köser bei der Entwicklung der Tiefkühlkost in der Bundesrepublik maßgeblich mitwirkte. 

Die dritte und vierte Generation verfolgten in Hamburg und Bremerhaven konsequent das Ziel ,,Klasse statt Masse".

Durch ein konsequentes, langfristig angelegtes Marketing-Konzept, das gleichzeitig Pionierarbeit für hochwertige Tiefkühlkost war, wurde die Aktivität systematisch ausgebaut. Das Unternehmen brachte die Vorteile tiefgekühlter Erzeugnisse Hotel- und Restaurantküchen näher.

Aufklärung 

Dieses hochgesteckte Ziel erforderte eine grundlegende Verbraucherinformation über den Umgang mit tiefgekühlten Delikatessen aus dem Meer. Bewerbung und die Realisierung der ununterbrochenen Tiefkühlkette standen dabei im Mittelpunkt der Aufgabe. Nur auf dieser Basis war der anvisierte Erfolg im Markt zu erreichen.

Man übernahm in Bremerhaven die bereits auf den Fangschiffen schockgefrorenen Meeresfrüchte und verarbeitete sie weiter zu küchenfertig portionierten Endprodukten. Bis zum Versand an die Kunden in der Gastronomie lagerten die Spezialitäten bei ca. minus
30 °C lichtgeschützt in eigenen Kühlhäusern. Für die Auslieferung wurden die schnellsten Versandmöglichkeiten - Bundesbahn und Spediteure - eingesetzt. Als Verpackung dienten speziell entwickelte Isolierboxen aus Styropor, die mit maximal 15 kg Ware und Trockeneis befüllt wurden. Sie stellen nach wie vor in der nie unterbrochenen Tiefkühlkette zum Kunden in der Gastronomie das entscheidende Glied dar.

Charakteristisch für den Service, der zum Marketingkonzept gehört, sind die ständig wechselnden Rezeptvorschläge, die allen Packungen beigefügt wurden und es dem Chefkoch ermöglichten, für ein abwechslungsreiches Angebot an Meeresfrüchten auf der Speisekarte zu sorgen. Die Spezialisierung des Unternehmens auf hochwertige tiefgekühlte Meeresfrüchte führte in dem Marktsegment zu einer Vorreiterrolle des Unternehmens.

Delikatessen

Fleiß und Ausdauer, mit denen Mitarbeiter und Inhaber der Firma an die Bewältigung alter und neuer Aufgaben herangehen, finden seit 1862 ihren Lohn im sichtbaren Erfolg: die Firma H. Köser hat sich auf ihren Spezialgebieten im Laufe der Jahrzehnte immer wieder  Alleinstellungen entwickelt. So entstand der heutige Versand direkt an Endverbraucher und Firmen, die an Festtagen und nicht zuletzt gegen Jahresende Freunden, Kunden, Mitarbeitern und sich selbst Köstlichkeiten zukommen lassen.

Es hatte sich gegen Ende der 1950er Jahre gezeigt, dass der Export in die USA sich nicht mehr als lohnend erwies, da die Großfirmen der deutschen Hochseefischerei reichliche Fänge zu jedem Preis absetzen mussten. Kösers konzentrierte sich daher darauf, den deutschen Lebensmittelmarkt mit tiefgekühltem Fischfilet in Endverbraucherpackungen zu beliefern. Der Kundenkreis bestand hauptsächlich aus Handelsketten, Filialbetrieben und freien Lebensmittelgroßhandlungen. Zu große Produktionskapazitäten in den Fischereiplätzen und ein zu reichliches Angebot bei einem nur sehr langsam steigenden Konsum führten auch hier zu einem Überangebot und nicht kostendeckenden Preisen.

Wiederum wurde es notwendig, Marktlücken zu finden. Also drängte die 4. Generation auf Verteilung des Debitorenrisikos, also die Belieferung einer signifikant höheren Anzahl Kunden, anstatt weniger Großkunden.

Etwa 1963 fing man zunächst in kleinem Maßstab damit an, die Gastronomie direkt mit hochwertigen Meeresfrüchten zu beliefern. Der Import solcher Artikel fiel nicht schwer, da die Köser-Familie nicht nur weltweite gute Beziehungen hatte, sondern auch wusste, wo entsprechende Qualität zu beschaffen war. Der Vertrieb wurde vom Direktverkauf nunmehr auf freie Handelsvertreter umgestellt. So wurde ganz Deutschland mit entsprechenden Vertretungen abgedeckt. Der Schwerpunkt  lag auf dem Absatz an die Gastronomie.

Direktversand an private Haushalte 

1969 wurde neben dem Vertrieb an die Gastronomie auch das Kataloggeschäft gleicher Produkte an Endverbraucher aufgenommen.

Der Delikatessenversand H. Köser vertreibt per Katalog nur höchste Qualität und ist vor allem wegen seiner Alleinstellung auf dem Fertiggerichtesektor bekannt. Eine Vielzahl nicht industriell hergestellter Fleisch- und Fischgerichte, Krustentiere und sonstige Meeresfrüchte und die begleitenden Saucen erhält der Kunde direkt in seine Tiefkühltruhe geliefert. Mit exakten Zubereitungsanleitungen versehen verfügt dieser damit über einen stets griffbereiten Vorrat, der auch bei unvorhergesehenem Bedarf schnell zubereitet werden kann. Lachs und Kaviar gehören zum Grundsortiment.

Die Produktpalette erstreckt sich darüber hinaus auch auf Krustentiere, naturbelassene Fisch- und Fleischfilets zur problemlosen Verwendung in der heimischen Küche sowie Süßes - nicht nur als Dessert. Die hauseigene Fertigung ermöglicht schnelle Produktentwicklung und zuverlässig gleichbleibende Herstellung dank exakter Rezepteinhaltung in handwerklicher Tradition. Die fundierten Kenntnisse aller Mitwirkenden werden hierbei von Mitarbeitergeneration an Mitarbeitergeneration weitergegeben. Impulse aller ineinandergreifenden Abteilungen finden in zahlreichen Ideen ihren Niederschlag.

»Königlicher Salm«, der Köser-Räucherlachs, ist nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch über die Grenzen hinaus insbesondere durch den zuverlässigen Geschenkservice bekannt.

Der persönliche Kontakt zum Kunden steht seit Jahrzehnten als wesentlicher Bestandteil des Konzepts im Vordergrund.

Das heute bestehende Köser-Prinzip lässt sich in einigen Punkten zusammenfassen:

-          erstklassige Zutaten
-          lückenlose Prüfung
-          natürlicher Geschmack
-          kein Glutamat
-          schonende, sorgfältige Herstellung fast ausschließlich im Hause
-          ohne Konservierungsstoffe
-          12 Monate preisstabil
-          12 Monate lieferbar
-          12 Monate kühlsicherer Versand
-          12-Uhr-Zustellung am nächsten Tag
-          Anleitung bis auf den Teller
-          Einfach zu servieren

Die daraus entstehenden täglichen Aufgaben lassen sich nur im professionellen Miteinander erreichen. Es gilt daher - damals wie heute - bewährte Abläufe mit neuen Erkenntnissen, Verfahren und Ideen zu verbinden, wahrhaft interessiert zu bleiben, offen für Neues und den nachfolgenden Generationen fördernd und fordernd zu begegnen. Für alle am Prozess Beteiligten gilt es Chancen zu ergreifen und den Fortbestand der uns anvertrauten Existenzgrundlage zu sichern und zu beleben. Die Unterstützung der Unternehmensleitung gilt hierbei insbesondere der Mitgestaltung und Verantwortung aller Arbeitsplätze durch jeden einzelnen Mitarbeiter. So blicken wir gemeinsam im Sinne einer fruchtbaren Fortentwicklung der Firma in die Zukunft.

Herausforderungen des 21. Jahrhundert

Gemeinsam mit einigen Softwareunternehmen entwickelt H. Köser kontinuierlich Programmoptimierungen zu Prozessen in der Lebensmittelbeschaffung, -herstellung und -lagerung sowie zur Chargenrückverfolgung im Lebensmittelversandhandel. Auf diese Weise wird an stetiger Verbesserung von Abläufen im Einklang mit sich verändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen gearbeitet. Ziel ist die Einhaltung des gleichbleibend hohen Qualitätsanspruchs und die zuverlässige Dienstleistung mit Sicherstellung lückenloser Nachweise von der Rohstoffentstehung über die Herstellung bis hin zum Endverbraucher.

2017 hat H. Köser zusammen mit anderen deutschen Lebensmittel-Online-Händlern zur Optimierung des temperaturgeführten Lebensmittelversands die DIN SPEC 91630 ins Leben gerufen.

 

 

Zuletzt angesehen